Die Installation eines Gleichstrom-Getriebemotors ohne vorherige Prüfung kann zu Geräuschentwicklung, Überhitzung, geringem Drehmoment, instabiler Drehzahl, vorzeitigem Verschleiß des Getriebes oder sogar zu Anlagenstillständen führen. Bevor der Motor in eine Maschine eingebaut wird, kann eine einfache Inspektion und Leistungsprüfung helfen, sicherzustellen, dass Motor, Getriebe, Verkabelung, Welle und Belastbarkeit für die jeweilige Anwendung geeignet sind.
Warum das Testen eines Gleichstrom-Getriebemotors wichtig ist
Der Motor sorgt für die Drehbewegung, während das Getriebe die Drehzahl reduziert und das Abtriebsdrehmoment erhöht. Da Motor und Getriebe zusammenarbeiten, müssen sowohl die elektrische als auch die mechanische Leistung vor der Installation überprüft werden.
Ein Test vor der Installation hilft Ihnen dabei:
- zu überprüfen, ob Spannung und Strom innerhalb des Nennbereichs liegen
- zu überprüfen, ob die Ausgangsdrehzahl den Konstruktionsanforderungen entspricht
- Ungewöhnliche Geräusche, Vibrationen oder Schäden am Getriebe zu erkennen
- die Drehrichtung der Welle zu überprüfen
- das Risiko einer Überhitzung nach der Montage zu verringern
- Vermeiden Sie den Einbau eines defekten Motors in fertige Anlagen
- Verbessern Sie die Konsistenz der Serienproduktion
Wenn Motoren in großen Produktionsprojekten eingesetzt werden, ist das Testen von Mustern vor der Serienmontage auch nützlich, um die Qualität verschiedener Hersteller von Gleichstrom-Getriebemotoren zu vergleichen.

Für die Prüfung benötigte Grundausstattung
Für die grundlegende Prüfung von Gleichstrom-Getriebemotoren benötigen Sie keine sehr komplexe Ausrüstung. Die meisten Tests vor der Installation können mit einfachen Werkzeugen durchgeführt werden.
| Werkzeug | Zweck | Anmerkungen |
| Gleichstromversorgung | Liefert die Nennspannung an den Motor | Einstellbares Netzteil wird bevorzugt |
| Multimeter | Misst Spannung, Strom und Widerstand | Nützlich für Verkabelungs- und elektrische Überprüfungen |
| Drehzahlmesser | Misst die Ausgangsgeschwindigkeit | Es können berührende oder berührungslose Modelle verwendet werden |
| Stromzange | Überprüft den Betriebsstrom | Nützlich für größere Motoren |
| Thermometer | Misst die Oberflächentemperatur | Ein Infrarot-Thermometer ist praktisch |
| Schallpegelmesser | Überprüft den Geräuschpegel des Motors | Optional für Präzisionstests |
| Prüfvorrichtung | Hält den Motor während der Prüfung fest | Verhindert unsichere Bewegungen |
| Lastvorrichtung | Simuliert die Betriebslast | Wird für Drehmoment- oder Belastungsprüfungen verwendet |
Schritt 1: Überprüfen Sie das Motortypenschild und die technischen Daten
Lesen Sie vor dem Einschalten des Motors das Typenschild oder das Datenblatt sorgfältig durch. Vergewissern Sie sich, dass das Motormodell Ihren Bestell- und Projektanforderungen entspricht.
Wichtige zu überprüfende Informationen:
- Nennspannung
- Leerlaufdrehzahl
- Nenndrehzahl
- Nennmoment
- Übersetzungsverhältnis
- Nennstrom
- Blockierstrom
- Wellendurchmesser
- Wellenlänge
- Drehrichtung
- Einschaltdauer
- Größe der Befestigungsbohrung
- Stecker- oder Kabeltyp
Wenn beispielsweise die Konstruktion der Anlage einen 12-V-Motor erfordert, der tatsächliche Motor jedoch 24 V hat, läuft der Motor möglicherweise zu langsam oder liefert nicht genügend Drehmoment. Wenn ein 12-V-Motor an eine 24-V-Stromversorgung angeschlossen wird, kann er überhitzen oder schnell durchbrennen.
Schritt 2: Überprüfen Sie das äußere Erscheinungsbild des Motors
Eine Sichtprüfung hilft dabei, Transportschäden, Montagefehler oder offensichtliche Qualitätsmängel zu erkennen.
Überprüfen Sie die folgenden Punkte:
- Das Motorgehäuse weist keine Beulen oder Risse auf
- Das Getriebegehäuse ist unbeschädigt
- Die Welle ist gerade und nicht verbogen
- Die Kabel sind nicht locker, gebrochen oder freigelegt
- Der Stecker ist sauber und fest angebracht
- Die Befestigungslöcher sind vollständig und präzise
- Die Abtriebswelle weist keinen Rost und keine starken Kratzer auf
- Das Getriebe weist keine Ölundichtigkeiten auf
- Die Angaben auf dem Typenschild sind deutlich lesbar
Sie können die Abtriebswelle auch vorsichtig von Hand drehen. Ein gewisser Widerstand ist aufgrund des Untersetzungsgetriebes normal, aber die Welle sollte sich nicht festgefressen, locker oder schwergängig anfühlen.
Schritt 3: Verkabelung und Polarität prüfen
Gleichstrom-Getriebemotoren verfügen in der Regel über zwei Drähte für die grundlegende positive und negative Stromversorgung. Einige Modelle können zusätzlich Encoder-, Brems-, Signal- oder Drehzahlregelungskabel enthalten.
Überprüfen Sie vor dem Test den Schaltplan. Eine falsche Verkabelung kann zu Rückwärtslauf, instabilem Betrieb, Encoderausfall oder elektrischen Schäden führen.
Bei einem einfachen Zweidraht-Gleichstrom-Getriebemotor:
- Schließen Sie die positive Stromversorgung an den roten Draht an
- Schließen Sie den Minuspol an den schwarzen Draht an
- Kehren Sie die Polarität um, um die Drehrichtung zu ändern
Wenn der Motor über einen Encoder verfügt, schließen Sie die Encoder-Kabel nicht direkt an die Motorstromversorgung an. Encoder-Kabel benötigen in der Regel einen separaten Niederspannungs-Signalkreis.
Schritt 4: Messen Sie den Spulenwiderstand
Messen Sie vor dem Anlegen der Spannung mit einem Multimeter den Widerstand zwischen den Motoranschlüssen. Dies hilft, Kurzschlüsse oder Unterbrechungen zu erkennen.
Mögliche Ergebnisse:
- Ein sehr niedriger Widerstand kann auf die Gefahr eines Kurzschlusses hinweisen
- Ein unendlicher Widerstand kann auf einen Unterbrechung hinweisen
- Ein stabiler Widerstandswert bedeutet in der Regel, dass die Wicklung korrekt angeschlossen ist
Kleine Gleichstrommotoren haben oft einen niedrigen Widerstand, daher hängt der genaue Wert von der Motorgröße, der Spannung und der Wicklungskonstruktion ab. Vergleichen Sie den gemessenen Wert mit dem Datenblatt oder einem bekanntermaßen einwandfreien Exemplar.
Schritt 5: Führen Sie einen Leerlauf-Test durch
Ein Leerlauf-Test ist eine der wichtigsten Prüfungen vor der Installation. Bei diesem Test läuft der Motor ohne externe Last.
Prüfverfahren:
- Befestigen Sie den Motor sicher auf einem Prüfstand.
- Stellen Sie die Stromversorgung auf die Nennspannung ein.
- Schließen Sie die Motorkabel korrekt an.
- Schalten Sie die Stromversorgung ein.
- Beobachten Sie den Motorstart, die Drehzahl, Geräusche, Vibrationen und den Strom.
- Lassen Sie den Motor einige Minuten lang laufen.
- Prüfen Sie, ob die Temperatur ungewöhnlich ansteigt.
Ein guter Gleichstrom-Getriebemotor sollte sanft anlaufen, gleichmäßig laufen und keine lauten mechanischen Geräusche verursachen.
| Prüfpunkt | Normales Ergebnis | Mögliches Problem bei Abweichung |
| Anlauf | Startet schnell und sanft | Schwache Wicklung, Getriebestau, falsche Spannung |
| Leerlaufstrom | Nahe am Nenn-Leerlaufwert | Hohe Reibung, Lagerproblem, Getriebeschaden |
| Drehzahl | Stabil und nahe am Wert im Datenblatt | Falsches Übersetzungsverhältnis, niedrige Spannung, Motorschaden |
| Geräusch | Leises Getriebegeräusch | Getriebeverschleiß, mangelhafte Montage, mangelnde Schmierung |
| Vibration | Gering und gleichmäßig | Verbogene Welle, unausgewuchteter Rotor, Zahnradversatz |
| Temperatur | Nur leichter Anstieg | Überlastung, innere Reibung, elektrischer Fehler |

Schritt 6: Messung des Leerlaufstroms
Der Leerlaufstrom ist der Strom, der fließt, wenn der Motor ohne Last läuft. Dieser Wert ist wichtig, da er die interne Reibung und den elektrischen Zustand widerspiegelt.
Wenn der Leerlaufstrom deutlich höher ist als erwartet, sind mögliche Ursachen:
- Reibung im Getriebe
- Schlechter Zustand der Lager
- Problem mit der Motorwicklung
- Reibung am Rotor
- Falsche Spannung
- Zahnradversatz
- Mangelnde Schmierung
Ein Motor mit hohem Leerlaufstrom dreht sich zwar noch, kann aber nach dem Einbau schnell überhitzen.
Schritt 7: Ausgangsdrehzahl prüfen
Messen Sie die Drehzahl der Abtriebswelle mit einem Drehzahlmesser. Vergleichen Sie die gemessene Drehzahl mit der Nenn-Leerlaufdrehzahl oder der Nenn-Lastdrehzahl.
Beispiel:
- Nenn-Leerlaufdrehzahl: 100 U/min
- Gemessene Leerlaufdrehzahl: 95–105 U/min
Dies ist in der Regel akzeptabel.
Wenn die gemessene Drehzahl deutlich unter dem erwarteten Wert liegt, überprüfen Sie:
- Versorgungsspannung
- Kabelanschluss
- Übersetzungsverhältnis
- Zustand des Motorinneren
- Mechanische Reibung
- Motorlast während des Tests
Wenn die Drehzahl deutlich höher ist als erwartet, stimmen das Übersetzungsverhältnis oder das Motormodell möglicherweise nicht mit Ihrer Bestellung überein.
Schritt 8: Drehrichtung bestätigen
Die Drehrichtung ist für viele Anwendungen wichtig, beispielsweise für Förderbänder, Stellantriebe, Schlösser, Pumpen und Automatisierungsgeräte.
Prüfen Sie, ob sich die Welle entsprechend der Anlagenkonstruktion im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn dreht. Wenn die Richtung falsch ist, kehren Sie bei einem einfachen Gleichstrommotor die Polarität um.
Wenn der Motor jedoch an einen Treiber, einen Encoder oder eine Steuerung angeschlossen ist, hängt die Drehrichtungssteuerung möglicherweise vom Steuerungssystem ab. Befolgen Sie in diesem Fall den Schaltplan, anstatt einfach die Kabel umzudrehen.
Schritt 9: Achten Sie auf ungewöhnliche Geräusche
Ein Gleichstrom-Getriebemotor erzeugt normalerweise Geräusche, da die Zahnräder im Getriebe ineinandergreifen. Das Geräusch sollte jedoch gleichmäßig und konstant sein.
Zu den ungewöhnlichen Geräuschen können gehören:
- Klicken
- Knirschen
- Kratzen
- Klopfen
- Scharfes Heulen
- Zeitweiliges Aufschlagen der Zahnräder
Mögliche Ursachen sind beschädigte Zahnräder, schlechte Schmierung, Zahnradversatz, verschlissene Lager oder Fremdkörper im Getriebe.
Bei geräuscharmen Anwendungen wie medizinischen Geräten, Haushaltsgeräten, Bürogeräten und intelligenten Möbeln sollten die Geräuschprüfungen strenger sein.
Schritt 10: Überprüfung der Vibration und der Wellenstabilität
Übermäßige Vibrationen können die Lebensdauer des Motors und die Genauigkeit der Maschine beeinträchtigen. Beobachten Sie während der Prüfung, ob der Motor stark vibriert oder ob die Abtriebswelle wackelt.
Prüfen Sie auf:
- Verbogene Welle
- Lose Getriebe
- Mangelhafte Lagerung
- Unwuchtiger Rotor
- Exzentrizität des Getriebes
- Lose Befestigungsschrauben
- Schlechte Kupplungsausrichtung
Leichte Vibrationen sind normal, starke Vibrationen sollten jedoch vor der Installation untersucht werden.
Schritt 11: Lasttest durchführen
Nach dem Leerlauf-Test hilft ein Lasttest dabei, zu bestätigen, ob der Motor unter realen Betriebsbedingungen laufen kann.
Ein Lasttest kann durchgeführt werden, indem der Motor an eine Prüfvorrichtung, eine Bremsvorrichtung, eine Riemenscheibe, einen Riemen, ein Getriebe oder eine simulierte Maschinenlast angeschlossen wird.
Messen Sie während des Lasttests:
- Betriebsstrom
- Ausgangsdrehzahl
- Motortemperatur
- Drehmomentleistung
- Geräuschentwicklung unter Last
- Anlaufverhalten
- Stabilität im Dauerbetrieb
| Testbedingungen | Zu prüfende Punkte | Indikator für gute Leistung |
| Leichte Last | Laufruhe und Stromänderung | Der Strom steigt leicht an und die Drehzahl bleibt stabil |
| Nennlast | Drehmoment und Temperatur | Motor läuft ohne Überhitzung |
| Häufiges Starten und Stoppen | Anlaufsicherheit | Der Motor startet wiederholt, ohne abzusaufen |
| Rückwärtslauf | Richtungswechsel | Sanfter Wechsel ohne Getriebeschlag |
| Dauerbetrieb | Wärmeentwicklung und Stabilität | Die Temperatur bleibt im sicheren Bereich |
Schritt 12: Temperaturanstieg prüfen
Der Temperaturanstieg ist ein wichtiger Indikator für die Zuverlässigkeit des Motors. Lassen Sie den Motor während des Tests für einen festgelegten Zeitraum laufen und messen Sie die Oberflächentemperatur.
Häufige Ursachen für eine ungewöhnliche Erwärmung sind:
- Übermäßige Belastung
- Hohe Eingangsspannung
- Hoher Strom
- Mangelhafte Belüftung
- Reibung im Getriebe
- Falscher Arbeitszyklus
- Motorgröße zu klein für die Anwendung
Der Motor sollte sich bei einem kurzen Leerlauf-Test nicht extrem stark erwärmen. Unter Nennlast ist eine gewisse Erwärmung normal, aber die Temperatur sollte innerhalb des im Datenblatt angegebenen zulässigen Bereichs bleiben.
Schritt 13: Start-Stopp-Verhalten prüfen
Viele Gleichstrom-Getriebemotoren werden in Anwendungen eingesetzt, die häufiges Starten und Stoppen erfordern. Beispiele hierfür sind Verkaufsautomaten, elektrische Schlösser, Roboter, Aktuatoren und automatische Türen.
Testen Sie den Motor, indem Sie ihn mehrmals starten und stoppen. Beobachten Sie, ob er:
- sofort anläuft
- sanft stoppt
- Schlaggeräusche erzeugt
- einen übermäßigen Anlaufstrom aufnimmt
- eine instabile Drehzahl aufweist
- Weist Verzögerungen oder Ruckeln auf
Wenn der Motor unter Last nicht anspringt, ist das gewählte Drehmoment möglicherweise zu niedrig.
Schritt 14: Spiel im Getriebe prüfen
Das Getriebespiel bezeichnet den geringen Abstand zwischen den Zahnradzähnen. Ein gewisses Spiel ist normal, aber übermäßiges Spiel kann die Präzision beeinträchtigen.
Das Spiel ist besonders wichtig für:
- Robotik
- Positioniersysteme
- Medizinische Geräte
- Messgeräte
- Elektrische Stellantriebe
- Automatisierungssteuerungen
Um das Spiel manuell zu prüfen, halten Sie das Motorgehäuse fest und drehen Sie die Abtriebswelle vorsichtig hin und her. Ist der Spielraum zu groß, ist das Getriebe möglicherweise nicht für Präzisionsanwendungen geeignet.
Schritt 15: Passung prüfen
Vergleichen Sie vor der endgültigen Installation die Motorabmessungen mit der Einbaulage der Anlage.
Prüfen Sie:
- Abstand der Befestigungsbohrungen
- Wellendurchmesser
- Wellenlänge
- Form der Wellenflansch, der Keilnut oder der D-Welle
- Getriebedurchmesser
- Länge des Motorgehäuses
- Position des Steckers
- Kabelausgangsrichtung
- Freiraum für die Wärmeableitung
Selbst wenn der Motor elektrisch einwandfrei funktioniert, können falsche mechanische Abmessungen zu Montageproblemen führen.
Abschließende Checkliste vor der Installation
Bevor Sie den Gleichstrom-Getriebemotor in die Anlage einbauen, überprüfen Sie Folgendes:
- Modell und Spannung sind korrekt
- Das Gerät ist sauber und unbeschädigt
- Kabel und Anschlüsse sind fest verbunden
- Der Spulenwiderstand ist normal
- Der Leerlaufstrom liegt im zulässigen Bereich
- Die Ausgangsgeschwindigkeit entspricht den Anforderungen
- Die Drehrichtung ist korrekt
- Geräusche und Vibrationen sind akzeptabel
- Die Welle ist stabil und gerade
- Das Ergebnis der Belastungsprüfung ist akzeptabel
- Der Temperaturanstieg ist normal
- Die Einbaumaße passen zur Anlage
Die Prüfung eines Gleichstrom-Getriebemotors vor der Installation ist ein einfacher, aber wichtiger Schritt zur Verbesserung der Maschinenzuverlässigkeit. Eine vollständige Prüfung vor der Installation sollte eine Sichtprüfung, eine Überprüfung der Verkabelung, eine Widerstandsmessung, einen Leerlaufbetrieb, eine Strommessung, eine Drehzahlprüfung, eine Überprüfung der Drehrichtung, eine Geräuschprüfung, eine Vibrationsprüfung, eine Belastungsprüfung und eine Temperaturüberwachung umfassen.
Durch die Prüfung des Motors vor der Montage können Anlagenbauer das Ausfallrisiko verringern, die Produktionseffizienz verbessern und sicherstellen, dass der Motor in der endgültigen Anwendung einwandfrei funktioniert.